Agro-Event


Halten sie sich ebenfalls für einen «Agro-Event» bereit. Mitarbeit auf dem Bauernhof macht Spass. Sie sparen sich dabei ein paar muffige Sessionen im künstlichen Fitnessraum. Heugabeln und Rechen warten zahlreich auf den Einsatz. Kühe und Ziegen treiben, Wasserbrunnen füllen, Laub rechen, Gras und Heu laden, einen Besuch im Stall, ...

Bauer Sprechen sie den Bauern an und besuchen sie die Familien auf dem Hof. Oft ergeben sich interessante Gespräche und Ansichten. Unsere Bauern sind gute Beobachter und Kenner der Natur, haben eigene Vorstellungen und Meinungen. Sind geprägt durch harte Arbeit und ständige Wechsel der Landwirtschaftspolitik. Die Landwirtschaft wird in der Schweiz, und ganz speziell, in den Berggebieten stark gefördert. Im steilen Gelände wird immer noch viel Handarbeit verlangt und zusätzliche Hände, auch nur für kurze Zeit, sind meist willkommen.



Produkte ab Hof

Schmecken gut!

Alpkäse

• Super Bergkäse
• Fleischprodukte
• Milch & Butter

Schauen sie mal vorbei!













Was ist ein Weidhaus ?


Weidhaus

Das Weidhaus, (in Walsersiedlungen Maiensäss) hat in der modernen Landwirtschaft an Bedeutung verloren. Währen dem Sommer grasen die Kühe die Alpweiden, währenddessen mäht der Bauer die tiefer gelegenen Wiesen und lagerte das Heu in den Scheunen ein. Nach dem «Alpabzug» bezogen dort die Tiere den Stall, bis das Winterfutter gefressen war. Anschliessend wurden sie weiter talwärts zum Nächsten getrieben, bis sie im Hochwinter das Bauernhaus im Tal erreichten. Weidhäuser sind Scheunen mit einem kleinen Wohnteil, sie sind meist vom Bauernhof etwas abgelegen. Nach der alltäglichen Arbeit auf dem Hof, stieg der Bauer hoch und besorgte dort die Tiere. Am morgen wurden die Kühe nochmals gemolken und die Milch ins Tal getragen.
Heutzutage wird das Gras siliert und alles Heu gleich beim Hof eingelagert. Das mühsame herumziehen mit den Tieren durch den tiefen Schnee ist eher ein Bild der Vergangenheit.



Berglandwirtschaft


Flugaufnahme der «Ledi» in Wengen

Das Grundstück auf welchem die Weidhäuser stehen, nennen wir Vorsass. Und wird vom Bauer bewirtschaftet. Die Berglandwirtschaft ist heutzutage sehr umstritten und gibt immer wieder zu Grundsatzdiskussionen Anlass. Obwohl die Produktionsleistung der Bergbauernbetriebe beinahe verschwindend klein ist, spielen sie in den Tourismusregionen eine wichtige Rolle. Sie sind die eigentlichen Gestalter der Bergtäler. Vor noch hundert Jahren zum Beispiel, waren die Weiden rnoch viel ausgedehnter. Waldsäume und Baumwuchs entlang Gräben und Bächen wurden regelmässig zurückgeschnitten. Steile Hänge wurden unter mühevoller Handarbeit bewirtschaftet. Wildheuer schnitten das Gras auf abschüssigen Felsbändern. Jugendliche Hirten zogen bei Tagesanbruch mit der munter bimmelnden Ziegenschar bergan. (Oberhalb der Säge in Wengen z.B. sieht man heute noch die verlassenen Ställe. Mit der gleissenden Jungfrau im Hintergrund, zierten sie über viele Jahre die Blechschachteln der Caran d’Ache Farbstifte).
Ohne staatliche Förderung gäbe es wohl nicht mehr viele Bauern in den Bergen. Die Subventionen, die diese Betriebe stützen sind mit immer schärferen Auflagen verbunden und die Bauern sind zunehmend unter Druck, eine minimale Grösse zu halten und die Effizienz zu steigern.
Die Zeiten, in denen sich der Bauer beinahe um jedes erreichbare Grashälmchen bemühte sind vorbei. Was nicht mehr mit dem Mähbalken der Traktoren erreicht wird, bleibt stehen – und verwildert. Im ganzen Alpenraum hat der Waldbestand stark zugenommen.



Schade für unsere Natur ?


Die Natur holt sich zurück, was unsere Vorfahren ihr vor hunderten von Jahren mühsam abgerungen haben. Es entstand über viele Generationen hinweg die für unsere Bergregion typische Kulturlandschaft. Eine Mischung von Wald und Wiese, die wir als schön definieren. Zweifellos wird sich in der nahen Zukunft das Landschaftsbild in den Bergen verändern. Steile Grashänge verwalden, die schönen Weiden mit den typischen Scheunen werden kleiner. In manchen abgelegen Orten verschwinden sie gar gänzlich.



Was will der Tourist ?


Wald ist auch schön. Unsere Gäste erwarten aber duftende Blumenwiesen mit einem unverwechselbaren Bergpanorama. So wie es in Broschüren und auf Postkarten dargestellt wird. Eine stille harmonische Alpenwelt in klarer Bergluft. Falls sich in Dorfnähe noch ein paar Ziegen und Kühe aufhalten, ist die Heidi-Welt perfekt.

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Kühe


Beat «Yeti» Hutmacher erzählt:

«In meinen jungen Jahren habe ich in Wengen einige Winter als Skilehrer verbracht und nebenbei das Amt des Milchkontrolleurs ausgeübt. Verdient habe ich bei diesem Nebenjob nicht viel, doch hielt es mich manchmal von langen Nächten in dunklen Bars fern. Abends und morgens zur Melkzeit war ich im Stall anwesend, wog die Milchmenge und entnahm Proben. Das geschah jeweils unter prüfendem Blicke vom Bauer, weil der Fett- und Eiweissgehalt der Milch, den Wert der betreffenden Kuh beträchtlich beeinflussen.

So gab es auch bei meinen frühmorgendlichen Besuchen im warmen Kuhstall immer einige interessante Begebenheiten zu vernehmen: Die «Züglete» im Hochwinter war für Mensch und Tier recht anstrengend. Der Bauer musste zuerst mühsam einen Weg freischaufeln, damit das Vieh nicht im Schnee versinkt, oder auf hartem Harst nicht ausrutscht. Die Tiere hingegen, durften endlich wieder mal den Stall verlassen und ihrem Bewegungsdrang nachgeben.»




Hans Gertsch erzählt:
«... kaum sprang das Rind aus dem Stall, bockte es mit hochgebogenem Schwanz herum. Noch bevor er es irgendwie beruhigen konnte, rutschte das Tier aus. Die Klauen fanden auf dem harten Morgenfirn keinen halt mehr. Wie ein Baumstamm glitt es ungebremst 200m den Hang hinunter und knallte voller Wucht in eine Telefonstange. Dort blieb es, unter schlimmsten Befürchtungen, zunächst eine Weile reglos liegen. Richtete sich aber plötzlich wieder auf, schüttelte bimmelnd den Kopf und wartete, als wäre nichts gewesen auf den Bauer. Über einen weiten Umweg führte er das Tier zu seinem neuen Weidhaus. Die Gegend allerdings, musste für längere Zeit ohne Telefonverbindung auskommen.»





«Yeti» Hutmacher über die Bergbauern


«Wir brauchen die Bergbauern ganz klar – heutzutage weniger zur Produktion von Milch- und Fleischprodukten - sondern vermehrt, zur «Produktion» einer tourismusgerechten Alpenlandschaft, zur «Produktion» von anschaulichen Blumenwiesen, etc. Das wird uns in Zukunft mehr Nutzen bringen als Lebensmittel herzustellen, die preislich gestützt werden. Ich kann mir ein Bergtal vorstellen, das von Bauern gepflegt wird. Auf intensive Landwirtschaft wird verzichtet, Wiesen werden nur noch wenig gedüngt und spät geschnitten, damit die Blumen wieder aussamen können und die Artenvielfalt gefördert wird. Einheimische, qualitativ hochwertige Lebensmittel erhalten ein Label und werden stolz in Hotels und Geschäften angeboten. Weidhäuser, nach traditioneller Art ausgebaut, werden vermietet und dienen den Bauern als zusätzliches Einkommen.»